Wie ich zum Wetter kam und dabei blieb

Claudia Kleinert - WettermoderationGeplant war es nicht, dass ich irgendwann einmal im Fernsehen und dann auch gerade das Wetter moderieren würde.

Mein Berufswunsch war bis zum Alter von 16 ganz klar und ging in eine völlig andere Rechtung: ich wollte unbedingt Tierärztin werden!

Als es dann mit grossen Schritten auf das Abi zuging merkte ich aber, dass mir Mathematik sehr viel Spass macht und ich statt direkt zu studieren doch gerne erst einmal eine Ausbildung machen würde. Eine Banklehre.

Und weil ich nach zwei Jahren Banklehre immer noch nicht so ganz sicher war, ob ich denn nun BWL, VWL, Philosophie oder doch eventuell Medizin studieren soll, blieb ich erst einmal als Kundenberaterin dort.

Eher aus Spaß und weil ich es irgendwie spannend fand, nahm ich während meiner Arbeit bei der Deutschen Bank Sprechunterricht bei der Deutschen Welle (DW), die ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes und meiner Eltern war.

Als ich dann 1994 mein Studium der Betriebswirtschaft begann, hatte ich schon diverse Radio- und Werbespots gesprochen. Neben der Uni finanzierte ich mir das Studium durch Moderationen: beim WDR in Köln als Sprecherin von Programmvorschauen - meine ersten TV-Erfahrungen und auf Messen und Veranstaltungen.

Als sich abzeichnete, dass der WDR seine Ansagerinnen durch Programmtrailer ersetzte, suchte ich mir ein zweites Standbein: Das fand ich 1996 beim neu gegründeten „Wetterkanal” von Jörg Kachelmann in Düsseldorf. Und das war dann „richtiges” Fernsehen: Live, zu jeder Uhrzeit, kein Ablesen von Texten aus Telepromptern, jederzeit präsent sein und sehr sehr viel Moderation. Alles rund ums Wetter, aber auch Nachrichten, Interviews usw.

Das Gute für mich: Die Tätigkeit beim „Wetterkanal” konnte ich gut mit dem Studium und letzten Monaten beim WDR in Einklang bringen. Doch leider war die Zeit noch nicht reif für einen Wetterkanal, er stellte schon zwei Jahre später sein Programm wieder ein. Mich hatte allerdings der Virus „Moderation“ gepackt.

Nach einem Praktikum bei RTL holte mich Jörg Kachelmann nach Berlin, um bei n-tv das Wetter zu moderieren. Für mich hieß das zum ersten Mal pendeln - von Köln nach Berlin und zurück - mehrmals im Monat. Zwischendurch machte ich in Köln mein Examen als Diplomkauffrau.

Und bekam bei n-tv guten Einblick in diverse Sendungen, Sendungsabläufe, das Schneiden und Vertonen von Beiträgen usw. Ausserdem gab man mir Gelegenheit, ein Reisemagazin zu moderieren, verschiedene Beiträge zu vertonen (Jahresrückblick zB) und selbst kleinere Filme zusammenzuschneiden.

Dann kam das Angebot, für die ARD das „Wetter im Ersten“ um zehn vor Acht zu moderieren. Das bedeutete zum einen, bei n-tv aufzuhören und mich darauf einzustellen, künftig 7-10 Tage im Monat in der Schweiz zu verbringen.

In der Nähe von St. Gallen hoch oben auf dem Berg Gäbris - von dort aus kann man den Bodensee sehen - werden alle Wettersendungen der ARD sowohl für das „Erste” als auch für zahlreiche Dritte Programm produziert. 1999 kehrte ich also der Hauptstadt zunächst den Rücken und zog in die Schweiz. Seit 2002 moderiere ich im Wechsel mit Jörg Kachelmann, Sven Plöger und Alex Lehmann Wettersendungen für zahlreiche Regionalprogramme wie RBB, SWR, WDR, NDR und das „Wetter im Ersten”, das vor der Tagesschau und nach den Tagesthemen für gute Quoten sorgt.